Montag, 8. Dezember 2008

El Tajin

El Tajin (im Staat Veracruz) ist eine totonakische Stätte, bei der die (mehr oder weniger berühmte) Nischenpyramide liegt. Das war mein Ausflugsziel für den 21. bis 24. November - die Busfahrt hin hat etwas mehr als 11 Stunden gedauert und ich hab natürlich die meiste Zeit geschlafen. Da der Bus Freitagabends um 23 Uhr los fuhr, hab ich zum Glück nicht viel verpasst von der Landschaft.



Nach einem Umsteigestopp in Poza Rica bin ich ca. eine halbe Stunde später am Samstag Morgen gegen halb 12 in Papantla angekommen. Nachdem ich mein Hotel bezogen und erst mal eine Runde geschlafen habe, habe ich das kleine Dörfchen "erobert". Im Grunde genommen wollte ich schon nach den ersten paar Minuten dort gar nicht mehr nach Monterrey zurück - die Leute waren so freundlich, kein Grossstadtstress und das Essen auch der Hammer! Einfach alles super! Das einzige, an das ich mich nicht so ganz gewöhnt habe, war die Tatsache, dass ich weit und breit die einzige Ausländerin war, und dann auch noch alleine unterwegs. Da bin ich teilweise schon ziemlich angestarrt worden. Das habe ich aber nicht negativ aufgefasst, weil die Leute so nett waren, es war einfach komisch, so sehr die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.



Sehr schön sind die "Trachten" der Männer. Trachten sind es nicht wirklich, aber ich weiss nicht, wie ich es sonst nennen soll. Kurz gesagt laufen die Männer hier so rum, wie Speedy Gonzales: weisses langes Hemd, weisse Hosen, Hut und (falls verheiratet) ein Halstuch um. Ich hab mir ein weisses Kleid mit roten Stickereien gekauft, typisch für die Frauen hier. Die Frauen in dem Laden, in dem ich das Kleid gekauft hatte, hatten so viel Freude an mir, dass sie mich gar nicht mehr gehen lassen wollten ;-)


Am Samstag verbrachte ich den restlichen Nachmittag auf einer Vanille-Plantage, weit ab vom Schuss und Mutterseelen alleine mit dem Inhaber, der mir eine private Führung gab. Es ist fast unglaublich, wie er sich für mich Zeit genommen hat, mir alles zu erklären und einen winzigen Teil seines "Dschungels" zu zeigen. Jetzt weiss ich also, wie Vanille angebaut wird (Veracruz ist sozusagen der Schoss der Vanille) und wenn mich jemand da hin schicken will, wo der Pfeffer wächst, habe ich seit diesem Wochenende auch nichts mehr dagegen (ich habe gar nicht gewusst, dass Pfeffer auf einem richtigen Baum wächst).


Weil ich grosse Menschenmassen vermeiden wollte, hiess es am Sonntag früh aufstehen, damit ich gleich um 9 Uhr in El Tajin bei der Pyramide sein konnte. Als ich kurz nach 9 dann dort war, war ich die erste Besucherin. Es war einfach unbeschreiblich - nur die Vögel zwitscherten und es lag richtig etwas mystisches in der Luft. Fast den halben Tag habe ich in dieser Stätte verbracht und sowohl die Bauten als auch die Atmosphäre genossen.








Zurück in Papantla habe ich mir an der Kirche den Tanz der Voladores angeschaut, ein etwas eigenartiger Tanz, aber sehr interessant... vier Tänzer seilen sich langsam von einem hohen Pfosten ab und drehen sich 13 Mal um diesen herum, Kopf voran, bis sie unten ankommen. Ein Freund hat mir vorher erklärt, wie der "Tanz" (eigentlich ist das gar kein Tanz, man könnte es eher als Slow-motion Bungee-jumping bezeichnen) von statten geht und ich konnte es mir absolut nicht vorstellen. Aber wie man auch auf den Bildern sieht, gibt es so was wirklich.


Montag habe ich gemütlich ausgeschlafen und nach dem Frühstück habe ich endlich mal einen Friseur aufgesucht. Das hätte ich vielleicht besser bleiben lassen sollen, aber für ca. 1,80 Euro kann man ja nicht allzu viel verlangen und ich kann wenigstens zum ersten Mal sagen, dass ich richtige Löcher auf dem Kopf habe ;-)

Um 15 Uhr ging es dann von Papantla mit dem Bus nach Poza Rica, und von dort aus zurück Richtung Monterrey. Nach ca. 15 Stunden Fahrt bin ich um Dienstag morgen gegen 5.30 Uhr in meiner Wohnung angekommen und hab mich gleich auf den Weg zur Arbeit gemacht. Ich war zwar etwas k.o., aber sehr zufrieden, denn der Ausflug hat sich auf alle Fälle rentiert und mir mal wieder eine neue Seite dieses Landes gezeigt.

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich hätte gern bitte ein Foto von deiner neuen Frisur... *grins*
Kiwi ;-)

Steffi hat gesagt…

Das willst Du glaub ich lieber nicht, denn am Wochenende war ich nochmal beim Friseur und der hat es im wahrsten Sinne des Wortes nur noch verschlimmbessert ;-)

Grüessli,
Steffi

Anonym hat gesagt…

Hi Steffi, das hört sich mal wieder sehr interessant an, was Du alles so erlebst. Hat man da denn keine Angst, wenn man als Mädel so allein unterwegs ist?

Viele Grüße
Thomas aus Speyer