Freitag, 29. Mai 2009

Sauerbraten, Knödel, Wienerschnitzel und Tequila – "deutsches" Wochenende in Guadalajara

Nach ein paar mehr oder weniger ruhigen Wochenenden in Monterrey gings am Freitagabend endlich mal wieder raus und ich besuchte mit Steffi weitere Simensianer in Guadalajara. Mit Alex, Steffi (beachte: 3x Steffi dieses Wochenende), Eddy, Tamara und Princhi (Hündin) haben wir ein All-inclusive-rundum-wohlfühl-verwöhn-Paket erhalten, denn weder an Essen, Trinken und Unterkunft, noch an persönlichem Reiseführer und total herzlicher Begleitung hat es uns gefehlt.

In Guadalajara gelandet, gings direkt vom Flughafen aus schnurstracks in eine Bar zu einer Geburtstagsfeier, in der der Tequila mit Toronja schon kühl gestellt war und nur auf uns wartete. Somit haben wird as Wochenende richtig mexikanisch einklingen lassen und es sollte von dann an richtig „deutsch“ weiter gehen.

Trotz ausgiebigem Feiern sind wir am Samstag doch noch aus den Federn gekommen und haben uns auf in Richtung Chapalasee gemacht, der grösste See Mexico’s (ca. 75km lang und 20km breit), welchen wir uns während einer kleinen Bootstour näher anschauten. Mal von der Wassersauberkeit abgesehen ist der See wirklich beeindruckend, aber ich war froh, dass wir nicht notwasserten und ich schwimmen musste ;-) Bevors wieder zurück in unser „Hotel“ ging, haben wir noch einen Zwischenstopp in einem deutschen Restaurant gemacht namens „Johanna’s“ – manmanman, hätte am liebsten die ganze Speisekarte von oben bis unten durchgegessen, denn seit ich hier bin ist das das erste „deutsche“ Essen gewesen. Ich habe mich letztendlich für Wienerschnitzel mit Spätzle entschieden, und dazu ein Radler. War wirklich lecker!! Das war aber nicht das einzige deutsche Essen, nein, am Sonntag ging es noch viel besser weiter: unsere Gastgeber haben sich total ins Zeug gelegt und es gab zum Mittagessen selbst eingelegten Sauerbraten mit Kartoffelklössen – yummi, einfach himmlisch!! Mir läuft jetzt schon wieder das Wasser im Mund zusammen, wenn ich daran denke!! Zum Abschluss gabs noch einen Willi, so wie sich das gehört!

Bevor es wieder nach Monterrey zurück ging, stand noch eine kleine Stadtführung im Zentrum Guadalajars an mit Cathedrale, Zocalo und Eisbecher. Vielen Dank für das richtig „deutsche“ Wochenende und die super Unterbringung! Auf das nächste Mal spätestens in der Schweiz beim Ski fahren :-)

Sonntag, 3. Mai 2009

Alltagsleben

So, jetzt bin ich also schon eine ganze Weile hier in Mexico – kaum zu glauben, wie schnell doch die Zeit vergeht! Und es ist wohl mal an der Zeit, Euch zu berichten, wie hier mein Alltagsleben aussieht – ja, das gibt’s tatsächlich, ich bin nicht immer nur am Reisen oder unterwegs ;-)

Ein „normaler“ Tag beginnt bei mir seit ich mit meinem Vocho „ mobil“ bin nicht mehr allzu früh, um ca. halb sieben klingelt der Wecker. Schnell unter die Dusche, angezogen und ab geht’s ins Geschäft – Arbeitszeiten sind von 7.30 bis 17.00 Uhr. Die Arbeit macht Spass, ich habe nette Kollegen und lerne viel – vor allem bin ich jetzt schon „fast“ ein Excel- und Powerpoint-Profi ;-) Natürlich ist die wirtschaftliche Lage auch hier in Mexico nicht gerade so prickelnd zurzeit, vor allem in der Automobilindustrie. Seit Anfang April habe ich von Finance & Administration in die Logistik gewechselt. Mein Chef ist jetzt für diese Abteilung verantwortlich und er hat mich mit genommen. Es gibt sehr viel Arbeit, weil ich teilweise noch für beide Abteilungen arbeite, aber es ist sehr interessant.

Weil ich nur ne halbe Stunde Mittagspause habe und in dieser Zeit leider nicht die Firma verlassen kann, habe ich wieder angefangen, relativ regelmässig nach der Arbeit joggen zu gehen – so komme ich wenigstens ein bisschen an die frische Luft unter der Woche (35 Grad im Februar sind ja nicht unbedingt gewöhnlich für mich).

Seit Anfang des Jahres mache ich einen Spanischkurs, der jeweils dienstags und donnerstags von 19.30 – 21.00 Uhr stattfindet. Es macht Spass und ich habe dort auch wirklich nette Leute kennen gelernt, mit denen ich teilweise auch neben dem Unterricht was unternehme. Klar gibt’s immer Hausaufgaben, die ich ehrlich gesagt mal mehr, mal weniger vorbereite, je nachdem, wie es eben die Zeit zulässt… Ich habe mich auch für den DELE-Test angemeldet und habe noch 3 Wochen zum Vorbereiten, so langsam sollte ich also zu Pötte kommen, damit das nicht ganz daneben geht…

Mit meinem Auto bin ich sehr zufrieden, mittlerweile habe ich sogar Boxen, um meinen MP3-Player anschliessen zu können. Das Doofe ist nur, dass jetzt der MP3-Player Zicken macht und nicht wirklich funktioniert. Vor ein paar Wochen musste ich den Vocho aber in die Werkstatt bringen, weil die Lichtmaschine kaputt war (2.500 Pesos für die Reparatur sind verkraftbar). Auf dem Heimweg von Cuatrocienegas ging dann das gleiche Licht wieder an und ich musste noch einmal drei Tage mit dem Taxi zur Arbeit fahren. Dafür wurde die Reparatur diesmal auf Garantie gemacht und seit dem läuft er besser als vorher (kaum zu glauben, aber sowas wie Garantiearbeit gibt es hier also doch).

Zum Glück habe ich die Visumsverlängerung letztendlich für ein paar Wochen abschliessen können und ich darf jetzt bis 9. Oktober hier bleiben. Die Behördengänge zur INM (Instituto Nacional de Migracion, ist sowas wie die Einwanderbehörde) waren immer eine Qual, weil man ewig warten muss, bis man den ganzen Papierkram abgeben darf. Dann muss man nochmal sieben Tage warten und telefonisch nachfragen, ob der Antrag durchgegangen ist, oder ob noch irgendwelche Dokumente nachgereicht werden müssen (man kann eigentlich immer davon ausgehen, dass noch was fehlt). Aber das habe ich endlich überstanden.

Inzwischen habe ich auch schon wirklich gute Freunde hier, nicht nur Mexikaner, auch aus Deutschland und USA. Mit ihnen geniesse ich das Nachtleben, gehe immer noch fleissig ins Kino (es gibt daheim immer noch keinen Fernseher und deswegen ist der „Kinomittwoch“ immer noch angesagt), Kaffeetrinken (bin mittlerweile Starbucks-Stammkunde, weil es sonst nirgends vernünftigen Kaffee gibt – und das in einem Land, in dem mit der beste Kaffee angebaut wird), Kochen usw. Wie Ihr seht, geht es mir also wirklich gut!

Mit der Korruption habe ich auch schon öfter Kontakt gehabt, in Form der Verkehrspolizei wegen zu schnellem Fahren, kaputtem Licht und rote Ampel übersehen. Dran gewöhnen ist vielleicht falsch ausgedrückt, aber ich weiss mittlerweile, wie ich damit umzugehen habe und nehme die Sache gelassener. Als ich einmal von einem Polizisten angehalten wurde und dieser mich fragte, ob ich beim Roten Kreuz sei, als er meine Identitätskarte ansah, musste ich doch schmunzeln und werde diese Situation sicherlich nicht so schnell vergessen.

Tja, und seit einer Woche grassiert die Schweinegrippe. So schlimm, wie bei Euch in den Medien vermittelt wird, ist es noch lange nicht und keine Angst, es geht mir gut. In Monterrey waren zwar dieses Wochenende alle Diskos, Kinos usw. zu und die Fussballspiele wurden ohne Zuschauer durchgeführt, aber ich glaube nicht, dass sich die Grippe weiter ausbreitet. Es ist schon komisch, wenn man die Leute mit Mundschutz rumlaufen sieht und die Strassen leer sind. Ich mach mich deswegen nicht verrückt und schliesse mich nicht zu Hause ein. Nichts desto trotz habe ich grössere Menschenmassen gemieden und habe meine Reisepläne auf das nächste Wochenende verschoben. Also, kein Grund zur Panik, ist alles halb so wild ;-)

Samstag, 2. Mai 2009

Ausflüge - Trips - Viajes

Queretaro & Bernal (März 2009)



La Paz - Whalewatching ohne Wale (März 2009)



Dale, dale, dale - TIGRES!!! Fussballverückte Mexis

Es war einmal an einem schönen, sonnigen Samstag Anfang März, da war es endlich soweit – mit meinen amerikanischen Mädels und einigen mexikanischen Freunden gings in die Höhle der Tigres – zum Fussballspiel Tigres vs. Puebla. Fussball ist DER Sport hier überhaupt und man sieht schon Tage vor den Spielen Jung und Alt mit den Trikots ihrer Mannschaft rumlaufen. Vor allem hier in Monterrey steht Fussball ganz oben, weil es zwei Mannschaften gibt, die in der ersten Liga spielen und da sind die Rivalitäten sehr gross – noch zumindest, denn die Tigres sind gerade auf dem besten Wege abzusteigen.


Um die Karten mussten wir uns zum Glück nicht kümmern, das haben unsere mexikanischen Kollegen übernommen. Das ist nämlich gar nicht so einfach, denn die meisten Fusball-angefressenen Mexis haben Dauerkarten und es ist schwierig, an „normale“ Karten ran zu kommen… Am einfachsten ist es da, wenn man einige Stunden vor Spielbeginn ans Stadion fährt und die Karten zu einem etwas höherem Preis auf dem Schwarzmarkt ergattert (bei dem Lokalderby der beiden Monterrey-Mannschaften stehen die Leute hier sogar mehr als 7 Stunde Schlange, nur um eine Eintrittskarte zu erhalten). Schwarzmarkt ist natürlich strengstens verboten, aber darüber rede ich hier jetzt besser nicht ;-) Wie gesagt, das Schlange-stehen wurde uns abgenommen, so dass wir uns bei mir zu Hause gemütlich mit Bier und Pizza auf das Spiel vorbereiten konnten :-)

Um 17 Uhr ging es dann los Richtung Stadion. Von der Bierdame, (Bekannte unsrer mexikanischen Freunde), wurden uns Plätze frei gehalten und sie sorgte auch immer dafür, dass wir nicht auf dem Trockenen sassen (das ist schon eine praktische Sache, wenn das Bier direkt zwischen den Rängen verkauft wird und man nicht durchs ganze Stadion laufen muss, um sich ein Bier zu kaufen – und das dann auch noch alkoholfrei, wie bei uns in Europa). Am Ende des Spiels wurden die leeren Bierbecher eingesammelt und gezählt, um zu bezahlen.

Die Fans sind hier auch ganz anders als bei uns – es gibt keine Hooligans oder Randalierer und alles läuft total friedlich ab. Nichts desto trotz sind ein Haufen Sicherheitsbeamte vor Ort. Ansonsten sind die Fussballspiele hier genauso, wie bei uns… Leider war das Spiel relativ schlecht und die Tigres verloren auch 0:1. Somit war die Stimmung nicht wirklich gut, aber wir hatten unsere eigene Fiesta und uns trotzdem gut amüsiert…