Sonntag, 3. Mai 2009

Alltagsleben

So, jetzt bin ich also schon eine ganze Weile hier in Mexico – kaum zu glauben, wie schnell doch die Zeit vergeht! Und es ist wohl mal an der Zeit, Euch zu berichten, wie hier mein Alltagsleben aussieht – ja, das gibt’s tatsächlich, ich bin nicht immer nur am Reisen oder unterwegs ;-)

Ein „normaler“ Tag beginnt bei mir seit ich mit meinem Vocho „ mobil“ bin nicht mehr allzu früh, um ca. halb sieben klingelt der Wecker. Schnell unter die Dusche, angezogen und ab geht’s ins Geschäft – Arbeitszeiten sind von 7.30 bis 17.00 Uhr. Die Arbeit macht Spass, ich habe nette Kollegen und lerne viel – vor allem bin ich jetzt schon „fast“ ein Excel- und Powerpoint-Profi ;-) Natürlich ist die wirtschaftliche Lage auch hier in Mexico nicht gerade so prickelnd zurzeit, vor allem in der Automobilindustrie. Seit Anfang April habe ich von Finance & Administration in die Logistik gewechselt. Mein Chef ist jetzt für diese Abteilung verantwortlich und er hat mich mit genommen. Es gibt sehr viel Arbeit, weil ich teilweise noch für beide Abteilungen arbeite, aber es ist sehr interessant.

Weil ich nur ne halbe Stunde Mittagspause habe und in dieser Zeit leider nicht die Firma verlassen kann, habe ich wieder angefangen, relativ regelmässig nach der Arbeit joggen zu gehen – so komme ich wenigstens ein bisschen an die frische Luft unter der Woche (35 Grad im Februar sind ja nicht unbedingt gewöhnlich für mich).

Seit Anfang des Jahres mache ich einen Spanischkurs, der jeweils dienstags und donnerstags von 19.30 – 21.00 Uhr stattfindet. Es macht Spass und ich habe dort auch wirklich nette Leute kennen gelernt, mit denen ich teilweise auch neben dem Unterricht was unternehme. Klar gibt’s immer Hausaufgaben, die ich ehrlich gesagt mal mehr, mal weniger vorbereite, je nachdem, wie es eben die Zeit zulässt… Ich habe mich auch für den DELE-Test angemeldet und habe noch 3 Wochen zum Vorbereiten, so langsam sollte ich also zu Pötte kommen, damit das nicht ganz daneben geht…

Mit meinem Auto bin ich sehr zufrieden, mittlerweile habe ich sogar Boxen, um meinen MP3-Player anschliessen zu können. Das Doofe ist nur, dass jetzt der MP3-Player Zicken macht und nicht wirklich funktioniert. Vor ein paar Wochen musste ich den Vocho aber in die Werkstatt bringen, weil die Lichtmaschine kaputt war (2.500 Pesos für die Reparatur sind verkraftbar). Auf dem Heimweg von Cuatrocienegas ging dann das gleiche Licht wieder an und ich musste noch einmal drei Tage mit dem Taxi zur Arbeit fahren. Dafür wurde die Reparatur diesmal auf Garantie gemacht und seit dem läuft er besser als vorher (kaum zu glauben, aber sowas wie Garantiearbeit gibt es hier also doch).

Zum Glück habe ich die Visumsverlängerung letztendlich für ein paar Wochen abschliessen können und ich darf jetzt bis 9. Oktober hier bleiben. Die Behördengänge zur INM (Instituto Nacional de Migracion, ist sowas wie die Einwanderbehörde) waren immer eine Qual, weil man ewig warten muss, bis man den ganzen Papierkram abgeben darf. Dann muss man nochmal sieben Tage warten und telefonisch nachfragen, ob der Antrag durchgegangen ist, oder ob noch irgendwelche Dokumente nachgereicht werden müssen (man kann eigentlich immer davon ausgehen, dass noch was fehlt). Aber das habe ich endlich überstanden.

Inzwischen habe ich auch schon wirklich gute Freunde hier, nicht nur Mexikaner, auch aus Deutschland und USA. Mit ihnen geniesse ich das Nachtleben, gehe immer noch fleissig ins Kino (es gibt daheim immer noch keinen Fernseher und deswegen ist der „Kinomittwoch“ immer noch angesagt), Kaffeetrinken (bin mittlerweile Starbucks-Stammkunde, weil es sonst nirgends vernünftigen Kaffee gibt – und das in einem Land, in dem mit der beste Kaffee angebaut wird), Kochen usw. Wie Ihr seht, geht es mir also wirklich gut!

Mit der Korruption habe ich auch schon öfter Kontakt gehabt, in Form der Verkehrspolizei wegen zu schnellem Fahren, kaputtem Licht und rote Ampel übersehen. Dran gewöhnen ist vielleicht falsch ausgedrückt, aber ich weiss mittlerweile, wie ich damit umzugehen habe und nehme die Sache gelassener. Als ich einmal von einem Polizisten angehalten wurde und dieser mich fragte, ob ich beim Roten Kreuz sei, als er meine Identitätskarte ansah, musste ich doch schmunzeln und werde diese Situation sicherlich nicht so schnell vergessen.

Tja, und seit einer Woche grassiert die Schweinegrippe. So schlimm, wie bei Euch in den Medien vermittelt wird, ist es noch lange nicht und keine Angst, es geht mir gut. In Monterrey waren zwar dieses Wochenende alle Diskos, Kinos usw. zu und die Fussballspiele wurden ohne Zuschauer durchgeführt, aber ich glaube nicht, dass sich die Grippe weiter ausbreitet. Es ist schon komisch, wenn man die Leute mit Mundschutz rumlaufen sieht und die Strassen leer sind. Ich mach mich deswegen nicht verrückt und schliesse mich nicht zu Hause ein. Nichts desto trotz habe ich grössere Menschenmassen gemieden und habe meine Reisepläne auf das nächste Wochenende verschoben. Also, kein Grund zur Panik, ist alles halb so wild ;-)

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